Am 17.4.2026 fand in Linz die gut besuchte Demonstration "Zukunft statt Autobahnbau" statt. Eveline Steinbacher, Aktivistin der Solidarwerkstatt Österreich, ist in ihrer Rede auf Alternativen eingegangen und zeigte auf, dass wir auch ohne weitere Autobahn in Linz schneller und umweltfreundlicher vorankommen können.
Liebe Linzer und Linzerinnen!
Toll, dass ihr bei dieser Demo dabei seid!
Viel haben wir nun über die Gefahren gehört, die der Bau der A26 - der Bau von Autobahnen- für uns alle mit sich bringt.
Wir bekommen von weniger informierten oder autofahrenden Menschen die Frage: ja wie soll denn der Verkehr ohne A26 bewältigt werden?
Darauf möchte ich nun in meiner Rede über Alternativen eingehen und aufzeigen, dass es auch ohne eine weitere Autobahn durch Linz geht, dass sich die Mobilität beschleunigen lässt, wir schneller am Ziel sein können, das das leistbarer, effizienter, ökologischer und vor allem auch realisierbar ist. Dafür braucht es den radikalen Ausbau des öffentlichen Verkehrs und das - zu einem Bruchteil der Kosten des Westrings.
Was könnte man nun Konkret tun um Pendler gut und schnell ohne Auto zum Arbeitsplatz zu bringen?
Es braucht dafür z.B.
- eine rasche Durchbildung der Mühlkreisbahn in Linz, zum Hbhf, das kann sofort und billig realisiert werden. Wie?: durch Reaktivierung der Hafenbahn und
- eine Elektrifizierung der Mühlkreisbahn bis Aigen Schlägl, sowie dichterem Takt, und eine Beschleunigung, durch Verbesserung der Zubringerdienste über flexiblen Mikro ÖV - damit Zugfahren für viele attraktiver wird
- Damit können zehntausende Arbeitsplätze im Linzer Industriegebiet umweltfreundlich und stressarm mit der Bahn erreicht werden.
Auch das kostet Geld, aber ein Rechenbeispiel unterstreicht, welche enormen Kosten diese Autobahn verursacht. 1,2 Milliarden Euro soll uns die A26 kosten! Zum Vergleich: Damit könnte man jedem Auspendler aus dem Bezirk Rohrbach das OÖ Klimaticket inkl. dem Zentralraum Linz schenken: nicht 1 Jahr, nicht 10 Jahre, sondern mehr als 120 Jahre lang!
Die Alternative kann also nur im radikalen Ausbau, in der Attraktivierung und Beschleunigung des öffentl. Verkehrs liegen, und dass kostet letztlich weniger und bringt wirklich eine Entlastung vom Motorisierten Individualverkehr.
Notwendig und wichtig ist auch die Attraktivierung der sanften Mobilität - wie Radfahren und zu Fuß gehen - durch Umstieg von immer mehr Menschen ist weniger Autoverkehr in der Stadt und man kommt schneller voran. Man hat festgestellt das Fast die Hälfte der Autowege in der Stadt unter 5km liegen, dass ist ideal fürs Rad. Radfahren hat ein unglaublich hohes Potential. Linz hinkt nach. Es hat nur 10% Radverkehrsanteil und kann von Graz und Innsbruck mit 20% Radverkehrsanteil lernen, wie sich auch in Linz der Radverkehr erhöhen lässt.
Das wirft die Frage auf: Warum wird in Linz dafür nichts getan? obwohl alles dafür spricht? Sind es wirklich nur Denkblockaden?, borniertes Denken der Politik – das mag eine Rolle spielen, für entscheidend halte ich aber allerdings etwas anderes:
Die Aktionäre und Manager der Autoindustrie, der vor- und nachgelagerten Industrien der Zulieferindustrie -die - haben kein Interesse an einer ökologischen und sozialen Verkehrswende, keine Interesse am Ausbau und der Verbilligung des Öffentlichen Verkehrs und der Förderung der sanften Mobilität.
Attraktivierung der sanften Mobilität - wie Radfahren und zu Fuß gehen - durch Umstieg von immer mehr Menschen ist weniger Autoverkehr in der Stadt und man kommt schneller voran. Man hat festgestellt, dass fast die Hälfte der Autowege in der Stadt unter 5km liegen, dass ist ideal fürs Rad. Radfahren hat ein unglaublich hohes Potential. Linz hinkt nach. Es hat nur 10% Radverkehrsanteil und kann von Graz und Innsbruck mit 20% Radverkehrsanteil lernen, wie sich auch in Linz der Radverkehr erhöhen lässt.
Das wirft die Frage auf: Warum wird in Linz dafür nichts getan? obwohl alles dafür spricht? Sind es wirklich nur Denkblockaden?, borniertes Denken der Politik – das mag eine Rolle spielen, für entscheidend halte ich aber allerdings etwas anderes:
Die Aktionäre und Manager der Autoindustrie, der vor- und nachgelagerten Industrien der Zulieferindustrie -die - haben kein Interesse an einer ökologischen und sozialen Verkehrswende, keine Interesse am Ausbau und der Verbilligung des Öffentlichen Verkehrs und der Förderung der sanften Mobilität.
Warum? Weil es ihr Geschäftsmodell in Frage stellt, nämlich möglichst viele Autos zu verkaufen. Gemeinsam mit einschlägigen politischen Parteien und Medien bildet diese Interessengemeinschaft einen regelrechten „autoindustriellen Komplex“, der dafür lobbyiert, das das Geschäftsmodell Auto aufrecht erhalten wird: das reicht vom Lobbying für Freihandelsabkommen, durch die der Export von Autos angekurbelt wird, bis zum Bau neuer Autobahnen und Schnellstraßen. Diese Interessen sind die Haupttriebkraft des Automobilen Wahnsinns, der durch eine Verkehrswende, einem Umstieg auf sanfte Mobilität und günstige Öffis zusammenbrechen würde.
Die Profiteure des autoindustriellen Komplexes sind im Kern wenig, aber sehr einflussreich. Darum ist der Kampf für eine Verkehrs- und Mobilitätswende ein langer - wir brauchen einen langen Atem und über die Umwelt- und Klimabewegung hinaus, um eine Verkehrswende zu erreichen gegen diesen mächtigen Autoindustriellen Komplex. Greifen wir ihm in die Felgen.
Um in Zukunft in einer Stadt zu leben in der die Lebensqualität besser ist als heute, ist es notwendig, gemeinsam Autos im urbanen Raum zu reduzieren und Alternativen anzugehen. Kämpfen wir gemeinsam gegen diese weitere Autobahn und für eine grundsätzliche Verkehrs- und Mobilitätswende in der Gesellschaft, in den Köpfen. Das muss uns gelingen. Ich lade euch herzlich ein mit uns gemeinsam diesen Kampf zu führen. Danke!