Die „Initiative Verkehrswende jetzt!“ lädt am Sonntag, 22. September 2019, dem europaweit „autofreien Tag“, zu einem Klima-Aufmarsch durch Haid/Ansfelden ein. Abschluss ist dann eine Kundgebung mit Picknick auf der A1-Westautobahn im Bereich Haid. An diesem Tag heißt es dann: „Musik statt Lärm auf der A1“.

 

Haid/Ansfelden ist die Schwerverkehrshauptstadt Österreichs. Über 20.000 LKWs donnern täglich auf der A1-Autobahn im Bereich Haid/Ansfelden. Das sind 60% mehr als am Brenner in Tirol und eine Steigerung von 18% seit 2012 (sh beiliegende Grafik). Doch statt endlich den Gütertransport auf der Straße zu reduzieren, soll mit dem milliardenschweren (Aus-)Bau neuer Autobahnen – z.B. einer neuen Transitautobahn im Osten von Linz, dem Ausbau der A1 bei Haid usw. – der Anstieg des Schwerverkehrs im Großraum Linz weiter angeheizt werden. Alleine in den nächsten sechs Jahren soll eine Milliarde in den Ausbau neuer Autobahnen in Oberösterreich investiert werden.

A1 LKWs

Mit dem geplanten Ausbau der B139 zu einem vier- bis sechsspurigen Autobahnzubringer und der Abholzung des Wasserwalds in Haid ist absehbar, dass wieder unzählige Hektar an Grünland versiegelt werden und der Straßenverkehr insgesamt enorm zunimmt. Statt 26.000 KFZ/Tag auf der bestehenden B139 sind 39.000 KFZ/Tag auf der neuen B139 für 2035 prognostiziert (siehe Umweltbericht zur Trassenverordnung, S. 6). Da die alte B139 bleibt, ist nahezu eine Verdoppelung des KFZ-Verkehrs zu befürchten! Die UVP der B139 Neu und der Autobahnanschlüsse sowie die Umwidmung des Wasserwaldes stehen unmittelbar bevor.

Gerade in Zeiten der rasch voranschreitenden Klimakrise ist eine Politik, die Wälder abholzt und Schwerverkehr fördert, völlig verfehlt. Der 22. September ist europaweit der „Autofreie Tag“, an dem viele Städte und Gemeinden Straßen sperren, um ein Zeichen für klima- und umweltfreundliche Mobilität zu setzen.

Die „Initiative Verkehrswende jetzt!“ lädt daher zum KLIMA-AUFMARSCH am 22. September in Haid/Ansfelden mit einer abschließenden Kundgebung mit Picknick auf der A1-Autobahn ein. An diesem Tag heißt es dann „Musik statt Lärm auf der A1“. Treffpunkt für den Klima-Aufmarsch ist 11 Uhr beim Bahnhof Ansfelden.

Damit wollen wir ein Zeichen setzen für eine umwelt- und menschenfreundliche Mobilität statt der Zerstörung weiteren Grünlandes.


AURUF der Initiative Verkehrswende jetzt! für den 22. September

Klimaschutz- statt Transitautobahn-Milliarden!

Verkehrswende jetzt! Global denken – lokal handeln!

LH Stelzer und LR Steinkellner verkünden Anfang April 2019 stolz, dass fast eine Milliarde Euro in den nächsten sechs Jahren für den Autobahnausbau in und um Linz investiert wird. Damit sollen – so geben sie selbst zu - bis 2030 Straßenkapazitäten für 74.000 zusätzliche Autofahrten täglich(!) im Raum Linz geschaffen werden. Der UNO-Klimarat sieht das nächste Jahrzehnt als entscheidend dafür an, um einen Klimakollaps noch verhindern zu können. In diesem Jahrzehnt müssen wir das Ruder Richtung Klimaschutz herumreißen! Doch stattdessen drängen die politisch Verantwortlichen in Oberösterreich auf den massiven Ausbau neuer Autobahnen und Straßenprojekte. Ein Beispiel: Derzeit führen 16 Autofahrspuren in Linz über die Donau. Wenn es nach den Plänen der Politik geht, könnte sich das bis 2030 auf bis zu 30 Autofahrspuren fast verdoppeln. Dabei ist völlig klar: Wer Straßen sät, erntet zusätzlichen Autoverkehr. Staus werden nicht beseitigt, sondern verlagert bzw. weiter angekurbelt.

Diese Autobahnen - wie z.B. die geplante Ostumfahrungs-Autobahn in Linz - zieht den Transitverkehr durch Österreich weiter an. Der motorisierte Individualverkehr ist jetzt schon einer der Hauptverursacher klimaschädlicher Emissionen und gesundheitsgefährdender Schadstoffe (Feinstaub, Stickoxide) in Österreich. Die derzeitige Verkehrspolitik ist daher völlig klima- und gesundheitsfeindlich und unverantwortlich gegenüber unserer Zukunft!

Wir brauchen daher dringend eine klimafreundliche Verkehrswende in unserem Bundesland, um einen wirksamen Beitrag für eine Klimawende zu leisten. Wir müssen global denken und lokal handeln! Wir müssen hier und heute mit einer klima- und menschenfreundlichen Verkehrswende beginnen:

>> Schluss mit dem Bau neuer Megastraßen! Das heißt z.B. kein Bau des Autobahntunnels durch den Freinberg (Westring), der Ostumfahrungs-Autobahn in Linz, der Westspange Steyr, des neuen Autobahnprojekts in Haid/Ansfelden, der Waldviertelautobahn (Europa-Spange) usw.

>> Vorrang für Bahn, Bus, Bim, Rad und Fuß! Für den weiteren Erhalt, Ausbau und die Attraktivierung von ÖV Netzen und Regionalbahnen. – hier muss das Geld investiert werden, um eine klima-, umwelt- und menschenfreundliche Verkehrswende zu erreichen – und nicht für neue Autobahnen oder Flugpisten!

>> Ausweitung autofreier Zonen in den Städten, um Lebensqualität und Gesundheit zu fördern.

>> Kluge Raumplanung und Förderung regionaler Wirtschaftskreisläufe, um unnötigen Verkehr zu vermeiden und Zersiedelung und Bodenverbrauch einzudämmen!

>> Klimaticket für Oberösterreich: Der Öffentliche Verkehr muss auch vom Preis her attraktiver werden. Deshalb fordern wir – nach dem Vorbild vieler anderer Bundesländer, dass der gesamte OÖ-Verkehrsverbund mit einem Jahresticket von 365 Euro (1 Euro/Tag) benutzt werden kann!

>> Schiene statt Transitlawine: Einführung einer LKW-Maut auf allen Straßen – in einer Höhe, die den wahren Kosten des Schwerverkehrs entspricht. Zweckbindung dieser Einnahmen für den Ausbau der Eisenbahn, um Schritt für Schritt den nicht-regionalen Transport verbindlich auf die Schiene zu verlagern.

Hier der Aufruf-Falter der "Initiative Verkehrswende jetzt!" für diese Aktion am 22. September zum Herunterladen. Bitte weiterverbreiten!

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