12 Linzer Initiativen*) halten die Entwicklungen in Oberösterreich und Linz so nicht mehr für tragbar. Bei einer Pressekonferenz am 19.3. vor dem Linzer Landhaus präsentierten sie ein „Manifest der Fehlentwicklungen“ sowie einen Maßnahmenkatalog und Ziele für eine lebenswerte, klimafreundliche Stadt.


Im „Manifest der Fehlentwicklungen“ heißt es: „Immer mehr Grünraum wird vernichtet, Gebäude mit immensem CO2-Fußabdruck auf Druck von Partikularinteressen errichtet, neue Autobahnen - ausgerichtet für eine Massenmobilität mit fossilen Brennstoffen – werden weiterhin geplant. Die vielen Fällungen von alten, wertvollen Bäumen auf Linzer Stadtgebiet in den letzten Wochen und Monate sind symptomatisch für eine nicht sichtbare und wirksame Strategie der Stadt Linz und auch dem Land OÖ zum Thema Umwelt-, Klima- und Grünschutz.“

Architekt DI Günter Eberhardt von der Linzer Baumrettungsinitiative kritisierte bei der Eröffnung der Pressekonferenz: „Linz wird für Schilda eine Konkurrenz, wenn nicht rasch ein generelles Umdenken stattfindet. Das bezieht sich nicht auf die Bürgerinnen und Bürger, sondern auf die politisch Verantwortlichen“.

"Zeit zu handeln!"

Mit einem großen Banner "Zeit zu handeln!" stellten sodann VertreterInnen von einigen der 12 Initiativen vor dem Landhaus ihre konkreten Kritikpunkte und Forderungen vor, z.B. Nimrod Varga von der „Initiative Verkehrswende jetzt!“: „Ab 2024 soll ein Autobahntunnel durch den Freinberg zum Hauptbahnhof gebaut werden, der nach Schätzungen der ASFINAG täglich 30.000 Autofahrten zusätzlich nach Linz bringt.“ Das sei in Zeiten der voranschreitenden Klimakrise völlig verkehrt. Das Geld muss daher statt in Autobahnen in den Ausbau der umweltfreundlichen Mobilität investiert werden.

In einem detaillierten Papier dokumentierten die Initiativen etliche der Fehlentwicklungen, z.B. die massiven Abholzungen entlang der A7-Autobahn, am Freinberg, der investorengetriebene Hochhausbau uvm. Zugleich wurde ein Maßnahmenkatalog erarbeitet, der sich an vier gemeinsamen Zielen orientiert:

  • Baumschutzgesetz für Oberösterreich
  • Schutz des Linzer Grüngürtels
  • Klimafreundliche Verkehrswende statt neuer Autobahnen
  • Langfristige, qualitätsvolle Stadtentwicklung
Übergabe der Forderungen in der Portiersloge von Rathaus und Landhaus

Die 12 Linzer Initiativen übergaben das „Manifest der Fehlentwicklungen“ samt Maßnahmen und Zielen im Rahmen des weltweiten Klimaaktionstages am 19. März 2021 an den Linzer Bürgermeister Klaus Luger und Landeshauptmann Thomas Stelzer. Die beiden Herren blieben dabei ihrer Devise, Bürgeranliegen möglichst zu ignorieren, auch symbolisch treu: Übergeben werden musste in der Portiersloge, da weder die beiden Herren noch jemand aus ihrem MitarbeiterInnenstab Zeit fand, die Botschaften in Empfang zu nehmen. Eine zusätzliche Motivation für die Initiativen, nicht locker zu lassen.

*) Diese 12 Linzer Initiativen sind:

  • Arch-Pro-Linz
  • Baumrettungsinitiative Linz
  • Fairplanning
  • Initiative Cool Down Linz
  • Initiative Domviertel
  • Initiative Verkehrswende Jetzt!
  • Lebensqualität Sonnenstein-, Gerstner-, Ferihumerstraße
  • Lebenswerter Hessenplatz
  • Linzer Grüngürtel schützen, jetzt!
  • Solidarwerkstatt Linz
  • Verein Altstadt
  • Zukunft Klostergarten

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