GLOBAL DENKEN – VOR ORT HANDELN! Hier 7 Ideen der Solidarwerkstatt für eine Klimawende, die Österreich sofort in Angriff nehmen kann.

 

7 Ideen für eine Klimawende

Laut UNO-Klimarat haben wir noch ein Jahrzehnt Zeit, um das Ruder in Richtung Klimaschutz herumzureißen, wenn wir nicht einen Klimakollaps mit unabsehbaren Folgen riskieren wollen. Als Solidarwerkstatt sind wir überzeugt: Neoliberaler Freihandel, hyperzentralistische Großstrukturen und Militarisierung, wie sie in den EU-Verträgen verankert sind, sind nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems. Wir sind für Zusammenarbeit und Vielfalt statt hemmungsloser Konkurrenz und Uniformität.

Unser Grundsatz: GLOBAL DENKEN – VOR ORT HANDELN! Hier 7 Ideen für eine Klimawende, die Österreich sofort in Angriff nehmen kann.

Autobahnwahn
1. Stopp Autobahnwahn!

Der Autoverkehr ist in Österreich Klimakiller Nr. 1. Trotzdem wollen die politisch Verantwortlichen neue Autobahnen bauen: z.B. Westring- und Ost-Autobahn in Linz, Lobau-Tunnel in Wien, Waldviertel-Autobahn in NÖ (siehe Transeuropäischen Netze der EU). Das ist unverantwortlich für Klima und Gesundheit, ebenso wie der Ausbau des Flugverkehrs. Wer Betonpisten sät, wird Verkehr ernten. „Mehr und breitere Straßen zu bauen, um den Stau zu verringern, ist genauso wie seinen Hosengürtel zu öffnen, um Übergewicht loszuwerden.“ (L. Mumford). Auch e-Cars sind keine Lösung, da auch sie enorm viel Energie, seltene Rohstoffe und viel Platz verbrauchen.

Radfahrer2. Vorrang für Bahn, Bus, Bim, Rad und Fuß!

Wir brauchen eine klimafreundliche Verkehrswende – also absoluten Vorrang für Bahn, Bus, Bim, Rad- und Fuß. Dafür gibt es bereits gute Vorbilder: z.B. in der Schweiz der dichte ÖV-Taktfahrplan, das flächendeckende Eisenbahnnetz und die erfolgreiche Verlagerung des Transitverkehrs von der Straße auf die Schiene; oder die vorbildliche Förderung des Radfahrverkehrs in Städten wie Kopenhagen (40% Radfahranteil !). Wer bei der umweltfreundlichen Mobilität spart, verschwendet unsere Zukunft!

Straßenbahn
3. Nulltarif auf allen Öffis!

In einer belgischen Stadt, in der der Öffentliche Verkehr zum Nulltarif angeboten wurde, hat sich die Zahl der Öffi-BenutzerInnen verdreizehnfacht! In Österreich könnte der Nulltarif auf allen Öffis mit der Einführung einer Mobilitätsabgabe von rd. 1% auf die Wertschöpfung finanziert werden. Das bedeutet: Wer z.B. 2.000 Euro monatlich verdient, könnte mit 20 Euro monatlich alle Öffis kostenlos benutzen. Das wäre doch was! Das ist sowohl ökologisch als auch sozial - denn gerade Menschen mit geringem Einkommen profitieren besonders von einem attraktiven Öffentlichen Verkehr.

windrader
4. Energieautark mit erneuerbaren Energien!

Österreich importiert enorm viel fossile Energie. Das ist klimaschädlich und macht uns wirtschaftlich und politisch abhängig. Studien belegen: Durch den gezielten Ausbau erneuerbarer Energien (Wasser, Sonne, Wind, Biomasse) und durch kluge Energieeinsparungen (z.B. Wärmedämmung, Reduktion des Autoverkehrs) könnte Österreich innerhalb von zwei bis drei Jahrzehnten energieautark auf Grundlage erneuerbarer Energien werden. Worauf warten wir? Fangen wir sofort damit an!

Schmetterling Pfauenauge
5. Ernährungssouveränität auf biologischer Grundlage

Industrielle Massentierhaltung, Agrargroßkonzerne und unbeschränkter EU-Binnenmarkt für landwirtschaftliche Produkte heizen dem Klima ein. Ernährungssouveränität braucht Schutz und Förderung regionaler Landwirtschaft. Eine BOKU-Studie zeigt: Eine hundertprozentige Versorgung Österreichs mit heimischen, biologisch hergestellten Lebensmitteln ist möglich. Was derzeit noch fehlt ist der politische Wille, sich nicht mehr dem Freihandelsdogma und dem Agrobusiness unterzuordnen.

ceta meta6. Nein zu CETA & Co!

Die EU-Kommission ist ein Motor des neoliberalen Freihandels. Grundlage dafür sind die EU-Verträge, die zu „einer offenen Marktwirtschaft mit freiem Wettbewerb“ nach innen und außen verpflichten. Dieser hemmungslose Freihandel schadet dem Klima, weil der fossile Gütertransport explodiert, regionale Märkte zerstört und Umweltstandards ausgehebelt werden. Sagen wir daher Nein zu Freihandelsabkommen wie CETA, durch die Konzerne Sonderklagsrechte gegen den Staat bekommen! (=> Nicht vergessen: Volksbegehen für Volksabstimmung über CETA von 25.3. bis 1.4.2019 unterschreiben!)

SSZ Hofburg7. Frieden und Neutralität statt Blut für Öl!

Die „EU-Battlegroups“ dienen dazu, in einem Umfeld von 6.000 km um Brüssel Krieg zu führen, um u.a. den Zugang zu fossilen Rohstoffen zu erzwingen. Dafür rüstet die EU derzeit massiv auf (mit der sog „EU-SSZ/Pesco“). Wir sagen: Kein Blut für Öl! Wir fordern den Ausstieg Österreichs aus der EU-Militarisierung und eine Friedens- und Neutralitätspolitik, die sich international für Abrüstung und für faire, globale Wirtschaftsbeziehungen einsetzt statt bei EU-Kriegen mitzumarschieren.


 Mehr zum Thema ist im Aktionsprogramm der Solidarwerkstatt: Soziales - Wirtschaft - Umwelt

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