Soziales & Bildung

ImageAm 10. Juni lud die Werkstatt Frieden & Solidarität gemeinsam mit der “Uni-brennt”-Bewegung und der KIV/UG Univ. Prof. Dr. Rupert Vierlinger zum Vortrag “Plädoyer für eine echte Gesamtschule!” an der Linzer Universität ein. Rupert Vierlinger war langjähriger Direktor der Pädagogischen Akademie der Diözese Linz und ist Autor des Buches “Steckbrief Gesamtschule” (Böhlau, 2009). Im folgenden bringen wir ein Interview mit ihm, das in den OÖ Nachrichten am 11.06.2010 erschienen ist.

ImageUniv. Prof. Dr. Rupert Vierlinger, langjähriger Direktor an dier Pädagogischen Akademie der Diözese Linz, plädiert für die "Direkte Leistungsvorlage" anstelle des Ziffernnotensystems. Denn dieses überkommene Prüfungswesen ist "ein Spiel mit gezinkten Karten", das die Schule in einen "Hunderennplatz" verwandelt. Die "Direkte Leistungsvorlage"  sieht Vierlinge als "kopernikanische Wende" in der Pädagogik, die die Lernmotivation befreit, die Zusammenarbeit fördert und das soziale Klima an den Schulen wieder sanieren kann.

ImageIn seinem neuen Buch “Steckbrief Gesamtschule” (Böhlau, 2009) bricht der langjährige Pädagoge Univ. Prof. Dr.  Rupert Vierlinger eine Lanze für die “echte Gesamtschule”, die auf die Selektion der Zehn- bis Vierzehnjährigen verzichtet. Wir bringen seine zentralen Thesen.
ImageBildung für alle ist möglich und notwendig. Ein Vorschlag der Werkstatt Frieden & Solidarität, wie wir alle reiche Eltern haben können. Im Zentrum steht die Vorstellung, über die Sekundärphase hinaus jedem/r das Recht auf fünf zusätzliche Bildungsjahre zu garantieren, wirtschaftlich abgesichert, finanziert über an der Wertschöpfung orientierte Bildungsbeiträge.

ImageLehrerInnen schlagen Alarm. Durch die überhastete und ungenügend vorbereitete Einführung der teilzentralen Reifeprüfung drohen einem ganzen Jahrgang von SchülerInnen erhebliche Nachteile bei der Matura. Teile der Lehrerschaft appellieren an BM Claudia Schmied die Einführung zu verschieben. Presseerklärung und Offener Brief des LehrerInnenkollegiums des GRG 21, Schulschiff „Bertha von Suttner“ (Wien) an Bildungsministerin Schmied.

ImageDer von der EU-Kommission und den EU-Verträgen vorgegebene Sparzwang ruiniert das Bildungswesen von immer mehr EU-Staaten. Die European University Association (EUA) in Brüssel beklagt mittlerweile, dass die Bildungsausgaben der EU-Staaten „ihre Bildungsbudgets bis zur Hälfte kürzen“, „der Trend zu Studiengebühren zunimmt“ und „die Qualität der Ausbildung sinkt.“  (Die Presse, 18.2.2010). Auch in Österreich plant die Regierung Kürzungen im Bildungsbereich, um die von der EU-Kommission geforderten 6 Milliarden bis 2013 einzusparen. Gleichzeit droht eine massive Ausweitung der Zugangsbeschränkungen an den österreichischen Hochschulen. So soll etwa die Zahl der Studienanfänger an der Wirtschaftsuni in Wien von 7.000 auf rd. 2.000 reduziert werden. Anlässlich des sog. „Bolognagipfels“ finden in Österreich zwischen 10. und 14. März Protestaktionen gegen diese vollkommen verfehlte Bildungspolitik statt. Höhepunkt ist die bundesweite Demonstration „Gemeinsam dem Bildungs- und Sozialabbau entgegentreten!“ am Do, 11. März 2010 in Wien. Wir bringen die Stellungnahme von Boris Lechthaler, Vorsitzender der Werkstatt Frieden & Solidarität, bei der Pressekonferenz der „Uni-brennt“-Bewegung in Linz.
Image Der Dienststellenausschuss und Gewerkschaftlicher Betriebsausschuss des BRG Bertha von Suttner in Wien hat eine Debatte zur geplanten Zentralmatura angestoßen. Offensichtlich geht es bei dieser Maßnahme nicht um mehr „Gerechtigkeit“ in der Bildung, sondern um mehr Effizienz in der Selektion: „Die Zentralmatura wäre derart ein wesentlicher Schritt zur Einschränkung des freien Hochschulzugangs.", so die Schlussfolgerung der GewerkschafterInnen.

ImageNeue Zugangsbeschränkungen drohen – Bildungsbewegung geht weiter! Die neue Wissenschaftsministerin droht mit der Ausweitung der Zugangsbeschränkungen an den Unis. Die nächsten Aktionen der Bildungsbewegung finden anlässlich des sog. „Bologna-Gipfels“ von 10. bis 14. März statt. Mobilisierungshöhepunkt wird die Demonstration „Gemeinsam dem Bildungs- und Sozialabbau entgegentreten!“ am Do, 11. März 2010 in Wien sein.

ImageInterview mit Bernhard Golob, AHS-Lehrer und unabhängiger Gewerkschaftsvertreter in Wien, über Gesamtschule, Ganztagsschule, Zentralmatura und was notwendig wäre, um eine demokratische Schulreform in Gang zu bringen (aus guernica 4-2009).

ImageInnerhalb eines Jahrzehnts wurde die europäische Hochschullandschaft neoliberal umgepflügt. Durch die Verabredungen der europäischen Exekutiven im Rahmen des Bologna-Prozesses (1999) und der EU-Lissabon-Strategie (2000) werden die Universitäten seither in Richtung Zwei-Klassen-Bildung – Schmalspurausbildung für die Masse, Elitebildung für die Upperclass – umstrukturiert.