ImageWerkstatt-Radio Mai 2013

Radio-Sendung über die Antifaschistische Wanderung von Solidar-Werkstatt und SPÖ Ottensheim "auf den Spuren der Mühlviertler Hasenjagd"
 
Sendung: 20. Mai 2013, 19 Uhr auf Radio FRO (www.fro.at)

Hier zum Anhören: http://cba.fro.at/109471
 
sh. beiliegend Begleittext
 
Begleitend wurde auch ein Film gedreht der auch auf DVD erhältlich ist. Mehr dazu: hier

Unmöglich geglaubte Gräuel wurden im Februar 1945 bei der „Mühlviertler Hasenjagd“ von den SS Schergen aber auch von Teilen der umliegenden Bewohnern/Innen, an den rund 500 sowjetischen Kriegsgefangenen verübt. Diese Gefangenen, die ihrer sicheren Liquidierung aufgrund der immer näher rückenden Befreiungsfront der Alliierten entgegensahen, wollten ihr todbringendes Schicksal nicht passiv hinnehmen. In der Nacht des 02. Februar 1945 wurde um 0:50 Uhr der geplante Ausbruch aus dem Todesblock 20 des Konzentrationslagers Mauthausen, der größte Ausbruch in dessen Geschichte, gewagt.

Daraufhin wurde vom Lagerkommandanten Franz Ziereis und der SS eine Suchaktion gestartet, welche die zynischen Bezeichnung „Mühlviertler Hasenjagd“ bekam.

Die umliegende Bevölkerung wurde informiert, dass 500 „Schwerverbrecher“ aus dem Lager geflohen seien, nun ihr Leib und Gut bedroht sei und damit aufgefordert, sich aktiv an der menschenunwürdigen Hatz auf Wehrlose zu beteiligen. Der Befehl, die aufgegriffenen Flüchtigen müssten „sofort unschädlich“ gemacht werden, damit keiner mehr lebend in das Lager zurückkomme, wurde zum Gaudium der NS Verbrecher bereitwillig befolgt.

Nur acht der über Fünfhundert  Flüchtigen konnten dieses Massaker überleben.

Wir haben versucht den Ursachen dieses Verbrechens bei unserer Wanderung nachzuspüren.

Wir möchten hier und heute feststellen, dass die Befreiung vom Faschismus im Mai 1945 nicht das Ende der Geschichte ist und es gibt auch heute keinen Grund, den so oft und viel geforderten Schlussstrich unter diese Geschichte zu ziehen.

Es gibt keinen Grund dazu, denn fast 68 Jahren nach der Befreiung von diesem Schreckensregime dürfen Rechtsextreme in der Bundesrepublik Deutschland unter dem Schutz der herrschaftlichen Eliten und des Staates MigrantInnen und PolizistInnen ermorden, dürfen Rechtsextreme in Ungarn Minderheiten wie Roma und Sinti brutal verfolgen, und dürfen heute Rechtsextreme in Österreich über Kulturvereine und bündische Vereine ihr völkisches Gedankengut straffrei verbreiten. Wir sprechen hier nicht von den Verlierern des Sozialstaates mit Glatzen in Bomberjacken und Springerstiefeln, sondern wir sprechen hier von den viel gefährlicheren Personen in smarten Anzügen, welche gesellschaftlich, wirtschaftlich und politisch eingebunden sind und damit ihre völkische Strategie öffentlich äußern und verbreiten.

Bis in die Spitzen des Staates reicht dieser Rechtsextremismus hinein, mittlerweile bis zum dritten Nationalratspräsidenten. Das ist ein Hohn für eine Demokratie sowie eine historische Schande für Österreich mit seiner Geschichte.