ImageLiebe FreundInnen des Amerlinghauses!

Die Lage des Amerlinghauses ist ernst wie nie zuvor. Das Haus ist seit Jahren konsequent unterfinanziert. Die Subventionen sind seit Jahren gleich geblieben, doch die Fixkosten sind weiter gestiegen. Nun soll das Haus in der bisherigen Form aufgelöst werden!

Die MitarbeitInnen und OrganisatorInnen des Amerlinghauses kaempfen für den Erhalt des Amerlinghauses in bestehender Form und ersuchen euch, als ersten Schritt
 das unten angeführte Protestmail an die zuständigen Stellen zu schicken und möglichst breit weiterzusenden!

Das Amerlinghaus ist ein Kultur- und Kommunikationszentrum, in dem nicht kommerzielle, kritische Basiskulturarbeit, soziale- und politische Arbeit stattfindet. Wir stellen kritischen & Selbsthilfegruppen Räume für ihre Treffen zur Verfügung und vermieten Gruppen- & Seminarräume. Engagierte Gruppen & KünstlerInnen können hier Veranstaltungen durchführen, wie Buch- & Zeitungspräsentationen, Diskussionen, Filmvorführungen, Ausstellungen und vieles mehr. Nun soll das Haus in der bisherigen Form aufgelöst werden!

Fakten: Amerlinghaus bezahlt Gesiba-Spekulationen

Das Haus ist in einer Schuldenfalle. Die Mietschulden bei der Gemeinde-eigenen Gesiba, die das Haus verwaltet, steigen immer mehr. Die Gesiba hat in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal mit einer Räumungsklage gedroht. Daneben können Teile der September- und die
Oktober-Gehälter nicht bezahlt werden und in Teilen des Hauses wurde bereits der Strom sowie das Internet aufgrund von unbezahlten Rechnungen abgedreht.

Seit Wochen verspricht uns die Gemeinde, dafür zu sorgen, dass wir zumindest das nötige Geld für die laufenden Zahlungen sofort erhalten. Jetzt knüpft sie dies plötzlich daran, dass wir SOFORT ein Konzept zur Umstrukturierung des Hauses für die Zeit nach Juni 2012 vorlegen, in
dem weitere Einsparungen in der Höhe von ca. 50.000 Euro jährlich sowie ein Verzicht auf den Großteil der Räume im Amerlinghaus enthalten sind. Die Schulden des Trägervereins, für die der Vorstand natürlich haftet, wachsen kontinuierlich an.

Die Gruppen im Amerlingshaus bezahlen real die Verluste der Gemeinde-eigenen Gesiba, die laut Rechnungshofbericht im Gasometer-Shopping-Center Millionenverluste macht. Die Gesiba verlor dort 2010 im Rahmen einer Sanierung 6,4 Millionen Euro, zusätzlich wurden von der Gemeinde die Stromrechnungen erlassen. (Profil 38/2011) Und für das Amerlinghaus soll kein Geld das sein? (detaillierte Infos zur geplanten Umstrukturierung finden sich nach
dem Protestmail)

Wir ersuchen euch daher dringend, unten stehendes Protestmail ? ob
abgeändert oder nicht ? schnell an die Zuständigen zu schicken (und in
eurem FreundInnenkreis oder sonstigem sozialen Umfeld zu verbreiten!!!

Protestmail:

An:
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Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Frau
Vizebürgermeisterin, sehr geehrter Herr Stadtrat!

Das Amerlinghaus ist vom jüngsten Vorschlag der Gemeinde Wien
existentiell bedroht. Es soll ein Teil des Hauses der Gesiba zur
gewinnbringenden ?Verwertung? überlassen werden, die Jahressubvention
gestrichen werden und somit das Haus in dieser Form zerschlagen werden.

Gleichzeitig sind Millionen von Euro da, um die Gesiba in Hinblick auf
das Shopping-Center Gasometer zu entlasten.

Ich möchte Sie davon in Kenntnis setzen, dass eine Zerschlagung des
Amerlinghauses für mich nicht in Frage kommt. Jeder Versuch, das
Projekt Amerlinghaus zu zerstören, wird auf meinen Widerstand stoßen.

Statt dessen fordere ich Sie auf, das Amerlinghaus zu entschulden und
mit der für das schuldenfreie Arbeiten notwendigen Subvention
auszustatten sowie die notwendigen Reparaturen durchführen zu lassen.

Ich ersuche Sie, mich über alle Schritte zu informieren, die Sie in
dieser Angelegenheit setzen.

Mit freundlichen Grüßen und bestem Dank im Voraus für Ihre Antwort

 

Fakten: Bedingungen der Gemeinde

Nun hat uns die Gemeinde Wien ihre Bedingungen für eine Entschuldung
genannt. Diese Bedingungen bedeuten eine Zerschlagung des Hauses.

Konkret soll es die bisherige Subvention nur noch bis Mitte 2012
geben, danach soll das Haus eine völlig neue Struktur bekommen.

Was sind nun die Bedingungen der Gemeinde Wien?

Die Räume werden massiv reduziert, die Hauseigentümerin Gesiba ? die
zu 100% der Stadt Wien gehört ? wird den Rest gewinnbringend
verwerten?.

Es soll in Zukunft keine Jahressubvention für das Haus geben,
sondern nur noch Projektsubventionen. Das bedeutet wahrscheinlich,
dass Gruppen Miete zahlen müssen. Die Gruppen, die weniger leicht an
Subventionen kommen, bleiben über.

Es sollen nur noch bestimmte Gruppen im Haus bleiben. Vor allem jene
Gruppen, die nicht zum ?neuen Spittelberg? passen und keine fixen
eigenen Räume im Haus haben, werden dann keine Bleibe mehr haben. Das
betrifft einerseits die politischen Gruppen, aber auch alle, die für
eine bestimmte Sache einen Raum brauchen, etwa KünstlerInnen sowie
marginalisierte Gruppen (z.B. Arbeitslose) oder MigrantInnen.

Und auch die Gruppen, die im Haus bleiben können, stehen durch die
Projektfinanzierungen? statt der Jahressubvention vor existentiellen
Problemen

Für die Gruppen, die in diesem veränderten Haus dann keinen Platz
mehr haben, soll es Ersatzräume, beispielsweise in Häusern der
Begegnung geben. Doch dort wird niemand sehen, wenn Räume schleichend
gekürzt werden und auch die Selbstbestimmung ist dort nicht gegeben.

Seit Jahren trommelt die FPÖ in fast jeder Wien-weiten
Postwurfsendung gegen das Amerlinghaus. Wir haben den Eindruck, dass
Rot-Grün hier vor dem Druck der FPÖ zurückweicht.

Zusammengefasst: ab Mitte 2010 soll es das Amerlinghaus in dieser
Form nicht mehr geben. Die Räume werden gewinnbringend verwertet, die
politischen Gruppen und viele andere werden vertrieben.

Wir alle sind das Amerlinghaus!

Abseits von Mainstream, Konsumrausch und mentalem Fast Food sind wir
ein Zentrum für die lebendige Zivilgesellschaft und wollen es auch
bleiben!

Wir brauchen Deine Unterstützung!

Das wird nicht ohne unseren entschiedenen Widerstand geschehen. Wir
betrachten das als einen existentiellen Angriff auf unsere Existenz
und werden entsprechend antworten.

Claudia und Renate, Büroteam im Amerlinghaus
Michael Bonvalot für die Gruppen im Amerlinghaus