Am 22.8.2025 blockierten neun gewaltfreie Aktivist:innen die Eingänge zum Gelände von Rotax – dem alleinigen Hersteller jener Flugzeugmotoren, die den Kern von Israels mörderischer Drohnenkampagne über dem Gazastreifen bilden. Rotax liefert Motoren für die israelischen Killerdrohnen Hermes 900 (Elbit), Hermes 650 (Elbit) und Heron 1 (IAI). Hier eine Erklärung der AktivistInnen.
Die israelische Luftwaffe betreibt mindestens acht UAV-Staffeln, die für über 80 % ihrer Flugstunden verantwortlich sind und die meisten ihrer täglichen Angriffe auf die belagerte Bevölkerung im Gazastreifen durchführen. Diese Mordmaschinen werden von Motoren angetrieben, die ausschließlich in Österreich von BRP-Rotax hergestellt werden. Diese Motoren sind das Herz und der entscheidende Teil dieser Maschinen, die den kaltherzigsten Massenmord, Apartheid und Völkermord gegen 2,3 Millionen Menschen in Gaza begehen.
Die Aktivist:innen fordern den sofortigen Stopp aller Produktion und Lieferung von Rotax-Drohnenmotoren nach Israel – sei es direkt oder über Dritte. Als sofortige Maßnahme blockierten sie den Fabrikeingang und besetzten das Dach, auf dem sie Banner mit den Aufschriften „ROTAX MORDET MIT“ und „AUSTRIA: Respect Article 2!“ entfalteten. Die Aktivisten:innen sind fest entschlossen, die kriminellen Aktivitäten innerhalb der Fabrik zu beenden, durch die bereits unzählige Leben vernichtet wurden.
Schlüsselmoment am Strand von Gaza (2014)
2014, während der 51-tägigen Offensive „Operation Protective Edge“ wurde ein stark bedrückendes Video gedreht: Vier Kinder der Familie Bakr wurden von zwei Rotax-umgerüsteten Hermes 900-Drohnen gejagt, als sie am Strand flohen. Zwei Raketen wurden im Abstand von 30 Sekunden auf sie abgefeuert – eine traf sofort, die zweite tötete die Kinder auf ihrer Flucht. Die Jungen waren 9, 10, 10 und 11 Jahre alt. Die Aufnahmen, erstellt von einem französischen Kamerateam, gingen viral. Rotax war sich der Situation zweifellos bewusst.
Die Hermes 900, betrieben mit Rotax-Motor, war während „Operation Protective Edge“ im Einsatz - aufgrund des Entwicklungsstatus mussten Elbit-Mitarbeiter alle Starts und Landungen manuell durchführen. Die Missionen wurden von jüngeren Piloten durchgeführt, die letztlich auch an der Tötung der vier Jungen Schuld waren – leider nur ein Bruchteil von den insgesamt 551 Kindern und 89 Familien in Gaza, die in diesen 51 Tagen mit der Hilfe von Elbit und Rotax ermordet wurden.
Francesca Albanese, die UN-Sonderberichterstatterin für Menschenrechte in Palästina, kommt in ihrem jüngsten Bericht zur Einschätzung: „Seit 2023 arbeitet Elbit Systems eng in isra-elischen Militäroperationen mit und platziert Schlüsselmitarbeiter im Verteidigungs-ministerium.“ Für Unternehmen wie Elbit und IAI sei der Völkermord eine profitable Geschäftsmöglichkeit gewesen. Ein 65 % Anstieg der israelischen Militärausgaben (2023–2024) auf 46,5 Mrd. USD steigerte ihre Gewinne dramatisch.
Elbit Systems und Israel Aerospace Industries vermarkten ihre Drohnen als „kampferprobt“ im Gazastreifen. Sie machen ein mörderisches Geschäft — riesige Profite, die im doppelten Sinne mit Blut befleckt sind: Jenem der 2,3 Millionen Opfer, deren Leid täglich und live übertragen wird, während die Welt bei diesem Genozid tatenlos zusieht.
Rechtliche Verantwortung und moralische Folgen
Rotax, als einziger Anbieter dieser Motoren, trägt eine eindeutige rechtliche und moralische Verantwortung (§ 1 Z III lit. b KriegsmaterialV) seine Lieferungen zu stoppen – einschließlich des VIP-Service für diese Rüstungshersteller. Sollte Rotax behaupten, von seiner Verstrickung nichts gewusst zu haben, so wird es hiermit offiziell über seine Mitverantwortung am Verbrechen informiert!
In einer Pressemitteilung vom 21.10.2022 behauptete Rotax: „Unsere Motoren werden ausschließlich für zivile Nutzung designed, produziert und zertifiziert.“ Gleichzeitig nimmt Rotax-Geschäftsführer Thomas Uhr aktiv an israelischen Symposien teil, die von Elbit, IAI und MAFAT organisiert werden – mit offiziellen Präsentationen der IDF, Elbit, IAI, und Rotax selbst. Bei einem Vortrag eines IDF-Vertreters zur Nutzung von Rotax-914-Motoren war Uhr persönlich anwesend.
Francesca Albanese warnt in ihrem Bericht: „Wo Verstöße Verbrechen darstellen, können Führungskräfte und auch Unternehmen für ihr Wissen über und ihre materielle Mitwirkung an Verbrechen zur Verantwortung gezogen werden.“
Aufruf zum Handeln
Die Aktivist:innen appellieren an die Menschen in Gunskirchen und ganz Österreich: Erhebt eure Stimme gegen das Unrecht, welches wahrhaftig vor unserer Haustür geschieht.
Wir verlangen ein sofortiges Ende dieser Verstrickung in Völkermord! Free Palestine! End the genozide!
