Rede von Andreas Schütz, Solidarwerkstatt Österreich, bei der Demonstration "RECALL ROTAX! am 17.1.2026 in Wels, mit der Forderung "Keine Motoren aus Österreich für Killerdrohnen!" Er betonte dass sich der Protest keinesfalls gegen die Beschäftigten vor Ort richte, sondern gegen die verantwortlichen Entscheidungsträger. Während die Bundesregierung zum „Völkermord in Gaza“ schweigt, duldet sie den Export von Motoren für Drohnen, die Menschen in Gaza und in anderen Kriegsgebieten töten und dort Leid verursachen. Er fordert eine friedensorientierte und aktive neutrale Außenpolitik Österreichs.
Es ist nicht die erste Kundgebung gegen Rotax und es wird auch nicht die letzte sein. Solange hier mitten in Oberösterreich Kriegsproduktion erfolgt, ist unser Einsatz wichtig. Motoren, die von Rotax hergestellt wurden, treiben Drohnen im Völkermord in Gaza an und töten Familien und Kinder. Auch an anderen Kriegsschauplätzen rund um die Welt werden sie eingesetzt und bringen mitunter auf beiden Seiten Leid. Zur Stunde tötet die iranische Regierung wahllos Demontrant*innen - und auch der Iran zählte zu den Geschäftspartnern von Rotax. Dagegen aufzustehen ist wichtig, solange das alles nicht aufgearbeitet ist und keine Konsequenzen daraus gezogen werden. Dabei richten wir uns keinesfalls gegen die Beschäftigten vor Ort. Wir protestieren gegen die verantwortlichen Entscheidungsträger.
Es ist auch bedrückend, dass die österreichische Regierung zum Völkermord in Israel schweigt - doch nicht nur schweigt, sondern zulässt, dass in unserem Land aktiv an der Mordmaschinerie mitproduziert wird! Zwar behauptet die Geschäftsführung von Rotax, dass an Israel nicht mehr geliefert wird. Doch was ist mit all dem entstandenen Leid? Wie verhalten die Verantwortlichen sich dazu? Wo ist die Garantie, dass etwas Derartiges sich nicht wiederholt?
Wir richten uns an die verantwortlichen Entscheidungsträger von Rotax: Wer sind jetzt und in Zukunft eure Geschäftspartner? Was werdet ihr in Zukunft produzieren? Kriegsmaterial oder etwas, das dem Leben dient? Ihr seid stolz auf eure zivile Produktion und macht gleichzeitig Profite mit dem Krieg. Wie werdet ihr der Verantwortung für eure Mitarbeiter:innen gerecht, die einen guten und sinnvollen Job suchen. Wer möchte in seiner Arbeit schon etwas herstellen, mit dem Menschen getötet werden? Darüber hinaus macht Rüstungsproduktion hierzulande den Standort im schlimmsten Fall selbst zu einem Kriegsziel. Wie werdet ihr eurer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht?
Wir richten uns an die österreichische Bundesregierung: Wie könnt ihr solche Rüstungsproduktion erlauben, wegsehen, nicht mit allen Mitteln versuchen, sie zu verbieten? Im Namen der globalen Verantwortung, der Achtung des Völkerrechts und unserer Neutralität. Im Namen der Zukunft, die wir alle auf diesem Planeten haben wollen. Krieg und Rüstungsproduktion hat Auswirkungen, die über das unmittelbare Leid hinausgehen. Waffen herzustellen und sie einzusetzen ist ein Klimakiller und gefährdet so auch zukünftige Leben. Wie werdet ihr eurer Verantwortung für Frieden und Klimaschutz gerecht?
Wir wollen weder eine Politik des Wegsehens noch eine des eigenen blinden Aufrüstens, wie die EU-Pläne sie vorsehen. Daher: Stopp jeder weiteren Rüstungsproduktion vor Ort! Für rechtliche Aufarbeitung des Geschehenen und Mechanismen, die Handeln mit Kriegsgütern in Zukunft gar nicht erst zulassen. Für Gesetze, die weiter gehen als die bisherigen und deren Einhaltung streng überwacht wird. Für einen Stopp jeder Form der Kooperation mit dem israelischen Heer und Rüstungskonzernen wie Elbit. Für eine aktive und friedensstiftende Neutralitätspolitik statt deren stückweise Aushöhlung. Für gute Arbeit für alle bei Rotax Beschäftigten. Für Völkerrecht und eine dementsprechende Außenpolitik; für Frieden, Klima und Gerechtigkeit!