Die durchschnittliche Lebenserwartung in Gaza ist durch genozidalen Krieg Israels auf fast die Hälfte gesunken. Die Opferzahlen sind horrend. Die österreichische Regierung ist tief in die Komplizenschaft mit dem rechtsextremen Regime in Israel verstrickt.
Der Völkermord in Gaza geht weiter. „The Lancet“, das renommierte Fachjournal für Allgemein-Medizin, hat Anfang 2025 eine Studie herausgebracht, wie sich die Lebenserwartung der PalästinenserInnen in Gaza entwickelt. Das erschütternde Ergebnis: Innerhalb eines Jahres nach Ausbruch des Krieges – von Oktober 2003 bis September 2024 - hat Lebenserwartung sich fast halbiert (minus 46 Prozent). Sie ist um 35 Jahre gesunken – von über 75,5 Jahren auf 40,6 Jahre. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Lebenserwartung der Bevölkerung von Gaza heute geringer ist als in jedem anderen Land der Welt. In Nigeria, dem Land mit der zuvor niedrigsten Lebenserwartung, liegt diese bei der Geburt bei 54,5 Jahren.
Horrende Opferzahlen
Offiziell gibt das Gesundheitsministerium in Gaza 56.000 getötete PalästinenserInnen an, darunter rd. 20.000 Kinder (Ende Juni 2025). Das dürfte aber nur die Spitze des Eisbergs sein. Denn diese „direkten“ Toten infolge von Bomben, Granaten und Kugeln kommen noch die „indirekten“ Toten, die Opfer der systematischen Zerstörung der humanitären Infrastruktur, Aushungerung, der mangelnden Versorgung, der Ausbreitung von Seuchen etc. sind. „The Lancet“ hat auch versucht, eine Schätzung der „indirekten“ Toten vorzunehmen. „The Lancet“ kommt zum Schluss, dass „in jüngsten Konflikten solche indirekten Todesfälle zwischen dem Dreifachen und dem Fünfzehnfachen der direkten Todesfälle liegen.“ Das hieße, dass die Zahl der palästinensischen Toten könnte zwischen 168.000 und 840.000 liegen – selbst wenn der Krieg sofort endet. Das sind zwischen 8 und 38 Prozent der Bevölkerung. Vor unser aller Augen läuft dieser Genozid. Die rechtsextremen Machthaber in Israel machen nicht einmal mehr ein Hehl darauf, dass sie den Gazastreifen annektierten und die palästinensische Existenz in Gaza beenden wollen – durch Tod oder Vertreibung.
Komplizenschaft beim Genozid
Die österreichischen Regierung unterstützt den Genozid: durch ihr Abstimmungsverhalten in der UN-Vollversammlung, wo sie wiederholt gegen einen Waffenstillstand stimmte, durch Rüstungsgeschäfte mit israelischen Rüstungskonzernen, durch ein „strategischen Partnerschaftsabkommen“ im Militär- und Energiebereich mit Israel, das sich – so Bundeskanzler Stocker im Mai 2025 „in den letzten Jahren gut entwickelt hat.“ Sehr gut offensichtlich: Die halbstaatliche österreichische OMV ist 2025 eine Partnerschaft mit dem israelischen Energiekonzern NewMed Energy eingegangen. Gemeinsam bohrt man im Schwarzen Meer nach Erdgas, voraussichtliches jährliches Fördervolumen des österreichisch-israelischen Joint-Venture: 13 Milliarden m3 Gas jährlich. Erklärtes Ziel ist es, „vom russischen Gas unabhängig zu werden.“ Was kümmert einem da der israelische Völkermord. Diese Doppelmoral ist geprägt von tiefem Rassismus gegenüber den Menschen im Süden, wodurch z.B. ein palästinensisches Leben hundertmal weniger wert ist, als ein europäisches oder israelisches.
Der israelische Botschafter in Österreich, David Roet, bedankte sich für die österreichische Komplizenschaft: „Wir sind sehr dankbar für Österreichs Unterstützung für Israel und für das Verständnis für die israelische Position“ (Kurier, 28.6.2025). Diese Regierung ist eine Regierung der Schande.
(Juli 2025)
Petition: Keine Rüstungsgeschäfte und keine Militärkooperation mit Israel! > unterstützen