Die Hiroshima-Gruppe Wien, die Wiener Friedensbewegung und Pax Christi Wien organisierten am Jahrestag des Atombombenabwurfes auf Hiroshima, am 6. August 2019 auf dem Wiener Stephansplatz eine Friedensaktion zum Gedenken an die Opfer von Hiroshima und Nagasaki.

Die Friedensaktion wurde von 235 Grußadressen unterstützt, die am Stephansplatz und auf www.hiroshima.at veröffentlicht wurden. Das Rote Kreuz stellte mit einer Strahlenschutzaktion die Gefahren drastisch dar. Es wurden Kraniche gefaltet, die die Friedensburg Schlaining nach Hiroshima schicken wird.

Ernst Toman (Friedensinitiative 22) sang Friedenslieder wie „Die Bombe weg“, die heute angesichts der großen Bedrohung, die durch das neue Wettrüsten mit Mittelstreckenraketen enorm verschärft wird, leider besonders aktuell sind.

Lucia Hämmerle (Internationaler Versöhnungsbund) zeigte die enormen Kosten für die Atomrüstung auf: „Pro Stunde werden weltweit 12 Mio. Dollar für Atomwaffen ausgegeben. Pro Stunde. 12 Millionen Dollar.“

Dr. Klaus Renoldner, der Vorsitzende von OMEGA – Österreichische MedizinerInnen gegen Gewalt und Atomgefahren, erinnerte an einen griechischen Friedensaktivisten: „1951 wurde der Student Nikos Nikoferidis von der griechischen Militärjunta wegen Subversion zum Tode verurteilt und hingerichtet, weil er für den prominenten Stockholmer Appell für ein Atomwaffenverbot warb.  Uns droht heute keine Todesstrafe, aber unsere Stimmen müssen noch viel lauter werden.“

Die Vizepräsidenten in des Österreichischen Roten Kreuzes Dr.in Anja Oberkofler sagte am Stephansplatz: „Der einzig wirksame Schutz vor Nuklearwaffen besteht darin, dass sie nie wieder verwendet werden können. Im Juli 2017 haben verantwortungsvolle Staaten dieser Welt gemeinsam mit zivilgesellschaftlichen Organisationen auf völkerrechtlicher Ebene einen Nuklearwaffenverbotsvertrag beschlossen und so ein starkes Zeichen für die Ächtung von Nuklearwaffen und gegenseitige Bedrohung gesetzt. Es fehlen aber noch immer 26 Staaten zu seiner Ratifizierung. Es bedarf der beharrlichen Forderung der Zivilgesellschaft der Länder dieser Welt, damit dieser Verbotsvertrag in Kraft tritt, bevor es zu spät sein wird.“

„Die schlimmsten Gefahren für die Menschheit: Atomwaffen und Klimawandel“ war das Motto der diesjährigen Hiroshima-Aktion. Heuer haben AktivistInnen der Fridays4Future mitgemacht. Martha-Sophie Krumpeck von Extinction Rebellion zeigte den Zusammenhang zwischen Friedens- und Klimafrage auf: „Das Überleben der Menschheit ist in Gefahr – nicht nur durch die außer Kontrolle geratene Klima- und Umweltkatastrophe, sondern auch auf viel unmittelbarere Weise: fast 14.000 Atomsprengköpfe gibt es auf der Welt, und schon ein einziger davon genügt, um eine ganze Großstadt zu vernichten.“

Alois Reisenbichler (Wiener Friedensbewegung) wies auf einen wichtigen Erfolg der österreichischen Friedens- und Umweltbewegung hin: „In der österreichischen Verfassung sind Atomwaffen und Atomkraftwerke verboten. Zugegeben, die Zeiten sind sehr schwierig, aber wir dürfen uns nicht entmutigen lassen.“

Dr. Peter Weish (Forum Wissenschaft und Umwelt) sagte: „Es liegt an uns, eine Gesellschaft zu fördern, in der das humane, das in jedem Menschen steckt, zum bestimmenden Faktor wird. Eine Gemeinschaft zu ermöglichen, die gewaltlos mit Konflikten umgeht, eine Völkergemeinschaft, die das Gewaltverbot der UN Charta respektiert.“

Mit einem Laternenmarsch vom Stephansplatz zu Teich vor der Karlskirche wurde die Hiroshima-Aktion abgeschlossen.
(8.8.2019)

Quelle: www.hiroshima.at, Alois Reisenbichler