Rede von Stefan Zauner, Parents for Future OÖ, bei der Kundgebung „Erst Denken, dann entscheiden – Nein zum Stromfresser Google“ am 12.06.2026 in Kronstorf: „KI bringt uns nicht unser Trinkwasser, KI holt uns nicht unsere Lebensmittel aufs Teller und KI wird auch nicht unsere Stromrechnung bezahlen! Schützen wir also, was wir wirklich brauchen!“


Ich habe hier die Kronstorfer Gemeindezeitung Ausgabe 03/2026 in der Hand, wo zu lesen ist:
"Kronstorf-Hargelsberg schafft Zukunft, Wertschöpfung und Arbeitsplätze"
"Moderne Arbeitsplätze durch Mut und Unternehmertum"
"Eine Vereinbarung der Ansiedlung auf Augenhöhe"
"Die Zukunft selbst gestalten"
"Ein Meilenstein der digitalen Infrastruktur"

Diese „Gemeindezeitung“ liest sich von vorne bis hinten wie ein Kampagnenblatt von Google. Die vermeintlichen Vorteile werden ausführlich dargestellt, auf mögliche Nachteile und die wichtigsten Fragen wird praktisch gar nicht eingegangen.

- Da steht was von Dachbegrünung und Photovoltaik
- dass mit der Beleuchtung sorgfältig umgegangen wird
- dass die Sichtbarkeit des 11m hohen Gebäudes durch Sträuche und Bäume verringert wird und
- dass ein "Google-Wald" eh die Biodiversität verbessern wird.

Was hier gepredigt wird, sind aber lediglich kosmetische Maßnahmen!

Dafür fehlen wichtige Informationen völlig:
- Wie groß ist der zusätzliche Strombedarf für das österreichische Netz? Wo kommt der Strom her und wie sauber oder schmutzig wird er erzeugt? Machen wir uns dadurch noch abhängiger von fossiler Energie und weltweiten Krisen?
- Wo bleibt der Benefit für die Region und die Anrainer, wenn dort z.B. der knapper werdende Strom für jeden teurer wird?
- Wieviel Grundwasser wird entnommen? Und wie geht sich das aus, wenn wir jetzt schon überall mit sinkenden Grundwasserspiegeln zu kämpfen haben?
- Wie wird die Abwärme genutzt?  Oder wird das mit Chemikalien versetzte und erwärmte Wasser einfach in die Enns abgeleitet?
- Welche Auswirkungen hat das auf das Ökosystem der Enns?
- Warum bekommt die Region keinen Fernwärmeversorgung?
- Wie kann man einen vielleicht(!) in weiter Zukunft entstehenden "Google"-Wald als „Ausgleichsfläche“ für die Zerstörung von 50ha fruchtbarstem Acker bezeichnen? Ein Ackerboden kann Nahrungsmittel produzieren und sehr viel Wasser zur Grundwasserbildung beitragen. Mit der Versiegelung sind die 50ha praktisch verloren.
- Und wie sieht es mit der Datensicherheit und der geopolitischen Unabhängigkeit bei einem intransparenten US-Megakonzern aus?
- Wieviele Arbeitsplätze entstehen pro Hektar verbrauchter Fläche?
- Wo ist also die konkrete Wertschöpfung für die Region?

Dazu gibt es bis dato keine Antworten von denen, die eigentlich auf unserer Gehaltsliste stehen.

Für mich erweckt das den Eindruck, dass Marketing- und Verkaufsprofis eines Großkonzerns auf inkompetente Landes- und Lokalpolitiker treffen. Und die lassen sich mit ein paar billigen Schlagwörtern über den Tisch ziehen. Und das hat nichts mit "Auf Augenhöhe verhandeln" zu tun. Bleiben wir auf den ökologischen Kosten sitzen, während die Gewinne Google einstreift? Also wieder einmal alles zum Nutzen einiger Weniger und zum Schaden von uns Allen?

Ich möchte betonen:
Es geht hier NICHT ums pauschale Verhindern von Rechenzentren. Aber sie müssen selbstverständlich so geplant sein, dass unsere Ressourcen für unsere Grundversorgung gesichert bleiben!

Wir brauchen klare Antworten und wir müssen auch klare Forderungen stellen:
* Ab sofort völlige Transparenz, was das Projekt betrifft
* Der Energieverbrauch muss mit 100% Erneuerbarer Energie gedeckt sein.
* Gewährleistung der Datensicherheit von uns Bürgern, von Behörden und kritischer Infrastruktur - besonders bei einem US-Großkonzern!
* Die Abwärme muss der Region in Form von Fernwärme zur Verfügung gestellt werden.
* Verhindern zusätzlicher Ausbaustufen, wo UNSERE wertvollen Ressourcen vernichtet werden. Dazu braucht es auch eine Umweltverträglichkeitsprüfung!

"KI ist die Zukunft!" heißt es so schön. Aber bedenken wir die massiven negativen Effekte bei einem solchen Megaprojekt: KI bringt uns nicht unser Trinkwasser, KI holt uns nicht unsere Lebensmittel aufs Teller und KI wird auch nicht unsere Stromrechnung bezahlen! Schützen wir also, was wir wirklich brauchen!

Fordern wir von den Entscheidungsträgern konkrete Antworten. Vom Landeshauptmann Stelzer, vom Wirtschafts- und Energie-Landesrat Achleitner, vom Kronstorfer Bürgermeister Kolarik und jedem einzelnen Gemeinderatsmitglied, der dieses Projekt abgesegnet hat!

Reden wir darüber in unserem Umfeld, tun wir uns zusammen. Schreiben wir Emails an die Verantwortlichen, an die Medien, suchen wir das direkte Gespräch - und lassen wir uns nicht abspeisen mit leeren Worthülsen und billigen Marketingsprüchen oder mit Angstmacherei zu Arbeitsplätzen oder dass wir sonst die digitale Zukunft verpassen!

Wir brauchen 100% Transparenz und wir brauchen Antworten auf Basis von Zahlen und Fakten.

Danke!