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Das Wirtschaftsministerium hat überfallsartig und abseits der Öffentlichkeit eine Novellierung der Smart-Meter-Verordnung in Begutachtung geschickt. Die Heimlichtuerei hat Grund: De facto soll durch diese Novelle das Recht auf ein Opting-out, also das im § 83 ElWOG verankerte Recht, kein "intelligentes Messgerät" zu erhalten, ausgehebelt werden. Schicken Sie Ihren Widerspruch an das Wirtschaftsministerium. Die Solidarwerkstatt hat dazu folgende Musterstellungnahme vorbereitet.

Die AK-Wien hat eine Studie zur Smart-Meter-Einführung erstellt, um eine „konsumentInnenfreundliche Lösung“ für die Einführung der umstrittenen Stromzähler zu finden. Diese Studie bestätigt einerseits die Kritik an den „intelligenten Messgeräten“, greift andererseits aber in die Trickkiste, um die Vorgaben der EU-Richtlinie nicht in Frage stellen zu müssen. Die KonsumentInnen werden dabei über den Tisch gezogen.

smart meter kleinFrau Eveline Steinberger Kern startet mit der Firma „Blue Mind“ im Smart-Meter-Geschäft durch. „Smarte Connections“ zu Industrie und Politik sind dabei wohl sehr behilflich. Ihr Geschäftsmodell: Die durch den Überwachungsstromzähler gesammelte Datenflut über Verhalten und Lebensweise der StromkonsumentInnen soll für die Energiekonzerne gewinnbringend aufbereitet werden.

siemens euEin kleiner Blick hinter die Kulissen zeigt: Hinter der Einführung des fragwürdigen Überwachungsstromzählers Smart Meter steht beinhartes Polit-Lobbying. Der Industrie winkt ein Bombengeschäft.

smart meter nein danke infotischDie oberösterreichische Energie AG und die Linz AG gehören österreichweit zu den Scharfmachern, wenn es darum geht, den KundInnen ein rechtskonformes Opting-out vom Smart Meter zu verweigern, sprich sie wollen – oft unter Androhung von Klagen oder Stromabsperren – auf Biegen und Brechen die Smart Meter einbauen.

elektroschrottDer Herr Bundesminister empfahl nach einer Kosten/Nutzenanalyse die zwangsweise Einführung des Überwachungsstromzähler Smart Meter. Grundlage dafür ist eine zweifelhafte Studie von Price Waterhouse Cooper.

smart meter kleinEine Untersuchung an der Universität Twente (Niederlande) sorgt derzeit für ordentlichen Aufruhr bei den StromkundInnen. Die Untersuchung fand im Laborversuch heraus, dass heute marktübliche Smart Meter bis zum Sechsfachen des in Wirklichkeit vorliegenden Stromverbrauchs messen.

smartmeter pickerl endWährend ein analoger Ferraris-Zähler eine Lebensdauer von mindestens 50 Jahre, oftmals bis zu 100 Jahre erreichen kann, ist der sog. Smart Meter mit ca. 8 Jahren reif für den Schrottplatz.

smart meter grossDer Smart Meter ermöglicht die Fernabschaltung des Stroms. In Spanien, wo schon sehr viele Smart Meter installiert sind, häufen sich die Fälle dieser Stromabschaltungen per Mausklick. Mit tödlichen Folgen: Eine Studie kommt zum Ergebnis, dass in Spanien alleine im Jahr 2014 7.000 Menschen aufgrund von Energiearmut zu Tode kamen.

smartmeter pickerl endDie Mietervereinigung bestätigt die Rechtsauffassung der Solidarwerkstatt in Bezug auf den Smart Meter. Opting out heißt: Wer keinen Smart haben will, hat das Recht, dessen Einbau zu verweigern und den Ferrariszähler zu behalten.