Rudi Schober organisierte am 14. Juni 2014 eine antifaschistische Wanderung der Solidarwerkstatt von der Rettenbachalm (Nähe Bad Ischl) zum „Igel“, dem Unterschlupf von Menschen, die im Salzkammergut Widerstand gegen den Nationalsozialismus leisteten.
Werkstatt-Blatt: Du hast schon zum zweiten Mal diese Wanderung auf den Spuren des antifaschistischen Widerstands im Salzkammergut organisiert. Was ist Deine Motivation?
Rudi: Mir ist es wichtig in Erinnerung zu rufen, was leider viel zu wenig gezeigt wird: Es hat auch in Österreich nicht wenige Menschen gegeben, die Widerstand gegen das NS-Regime geleistet haben, die aus der Wehrmacht desertiert sind, die sich für eine freies Österreich engagiert haben, obwohl es ihr Leben kosten konnte und auch oft gekostet hat.
WB: Deine Botschaft für heute?
Rudi: Wehret den Anfängen! Also dagegen auftreten, wenn Neonazis gegen MigrantInnen hetzen. Dagegen auftreten, wenn die Regierung im Rahmen des EU-Auswärtigen Dienstes einen Umsturz nicht nur in der Ukraine fördert, durch den Neofaschisten und Antisemiten in oberste Regierungsämter kommen. Verteidigen müssen wir Demokratie und Sozialstaat, hier und jetzt, denn Arbeitslosigkeit und soziale Existenzangst sind der Nährboden für den Rechtsextremismus.
WB: Was hast Du weiter vor?
Rudi: Ich möchte diese Wanderung und Gespräche mit ExpertInnen aus der Region wie z.B. dem Zeithistoriker Wolfgang Quatember, Fr. Blaha und Fr. Gaiswinkler, die sich speziell mit der Rolle von Frauen im Widerstand auseinandersetzen, zu Filmdokumenten über den antifaschistischen Widerstand im Salzkammergut verarbeiten. Ein ähnliches Filmprojekt habe ich bereits im Vorjahr zur sog. „Mühlviertler Hasenjagd“ gemacht, also dem Ausbruch von 500 russischen Kriegsgefangenen im Februar 1945 aus dem KZ Mauthausen. Ich möchte mit diesen zeitgeschichtlichen Dokumenten einen Beitrag zur politischen Bildungsarbeit leisten.
Video, „Auf den Spuren der Mühlviertler Hasenjagd“, 35-Minuten, zu bestellen bei: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, T 0732/771094, auf Spendenbasis.