Stellungnahme von Roba Darwish, Palästina Solidarität Linz, zur Ausladung der Solidarwerkstatt Österreich. “'Nie wieder' soll für alle gelten und nicht erst, wenn es bereits zu spät ist."
Mit dem Ausschluss der Solidarwerkstatt von der internationalen Befreiungsfeier in Mauthausen hat das Mauthausen-Komitee einen gravierenden Fehler begangen.
Die “Platzordnung” war nur eine leere Ausrede, mit der man versucht hat, die Palästina-Fahne als einzige Nationalfahne von der Befreiungsfeier auszuschließen. Willi Mernyi meinte sogar zu Prof. Haim Bresheeth-Žabner, dem Sohn des Holocaust-Überlebenden Arie Leib Žabner, er solle sich an die Regeln ihrer Veranstaltung halten.
Wir trugen die Palästina-Fahne, weil das palästinensische Volk seit mehr als zwei Jahren einem Völkermord ausgesetzt ist. “Nie wieder” soll für alle gelten und nicht erst, wenn es bereits zu spät ist.
Aber das Mauthausen Komitee scheint das anders zu sehen: Denn nach dem erfolglosen Versuch der Verdrängung palästinensischer Symbole fanden sie es angemessen, die Solidarwerkstatt dafür zu bestrafen, sich für “Nie wieder” für Palästinenser eingesetzt zu haben. Mit der Anschuldigung, dass sie die Befreiungsfeier für “sehr kontroverse aktuelle Konflikte instrumentalisiert und missbraucht” hätten, wurde die Solidarwerkstatt bis auf Weiteres von der Befreiungsfeier ausgeschlossen.
Während Palästinenserinnen und Palästinenser in einem Genozid massenhaft umgebracht werden, bezeichnet das Komitee Solidarität und ein Verlangen nach “Nie wieder” für das palästinensische Volk als Missbrauch und Provokation und versucht nun weiterhin jegliche Präsenz Palästinas zu unterbinden. Daraus zieht sich der eindeutige Schluss: Das Mauthausen-Komitee findet nicht, dass “Nie wieder” auch für Palästinenserinnen und Palästinenser gilt.
“Nie wieder” gilt aber für alle und nicht erst, wenn das "Kontroverse" an einem Völkermord klar und akzeptiert wird. So steht es auch sinngemäß im Mauthausen-Schwur und der Ausschluss irgendeiner Ethnie stellt eine banale Verletzung des Schwurs dar. Als ich in der Schule über den Zweiten Weltkrieg und die Verbrechen der Nazis gelernt habe, fühlte ich Empörung und Unglauben darüber, wie Menschen solche Grausamkeiten zugelassen haben. Ich habe mir geschworen, mich für Menschen einzusetzen, gegen die ein solch unermesslich grausames Verbrechen begangen wird. Und mit genau dieser Einstellung erhebe ich meine Stimme für Palästinenserinnen und Palästinenser, die mundtot gemacht, verdrängt und in einem Völkermord systematisch ausgelöscht werden.
Hinweis:
Unterstützt die Online-Petition gegen die Ausladung der Solidarwerkstatt Österreich von den Befreiungsfeiern in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen
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