Brief des Mauthausenkomitees mit der Information, "die Solidarwerkstatt von kommenden Befreiungsfeiern bis auf Weiteres auszuladen".
Herr Andreas Schütz BA Vorsitzender
Wien, 3. Juni 2026
Sehr geehrter Vorsitzender! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen!
Während der diesjährigen Internationalen Befreiungsfeier in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen wurde unser Vorsitzender Willi Mernyi darüber informiert, dass sich Ihre Gruppe mit einer Palästina-Fahne in der Aufstellung vor dem Appellplatz eingefunden hat.
Willi Mernyi hat daraufhin das Gespräch mit Ihrer Gruppe gesucht und darauf hingewiesen, dass es laut Platzordnung untersagt ist, eine Palästina-Fahne mitzutragen. Begründung: Die Befreiungsfeier dient dem würdigen Gedenken an die KZ-Opfer, das nicht für sehr kontroverse aktuelle Konflikte instrumentalisiert und missbraucht werden soll. Gegen eine anderweitige Verwendung der Palästina-Fahne gibt es vom Mauthausen Komitee natürlich keinen Einwand.
Im Gespräch wurde Willi Mernyi mitgeteilt, dass die Platzordnung nicht bekannt sei. Daraufhin schlug er dem Sprecher Ihrer Gruppe (Person auf dem Foto ganz links) vor, die Palästina-Fahne bis zum Tor zu tragen, jedoch nicht auf den Appellplatz. Unserer Geschäftsführerin Christa Bauer und unserem Vorsitzenden Willi Mernyi wurde dies von Ihrer Seite ausdrücklich zugesagt, sogar mit Handschlag zwischen Ihrem Sprecher und Mernyi.
In der Folge wurde Willi Mernyi dann aber informiert, dass Sie Ihre ausdrückliche Zusage nicht eingehalten und die Palästina-Fahne auch am Appellplatz mitgetragen haben.
Unser Vorsitzender hat Sie noch einmal darauf hingewiesen, dass dies zu unterlassen ist und dass Sie ihm ein Versprechen gegeben haben. Daraufhin wurde von Ihrem Sprecher gesagt, das sei egal, er selbst trage die Fahne ja nicht.
Zusammengefasst heißt das: Ihre Gruppe hat sich nicht an die Platzordnung des Veranstalters (Mauthausen Komitee Österreich, Comité International de Mauthausen) gehalten. Und Sie haben ein dem Veranstalter gegebenes Versprechen bewusst gebrochen.
Aufgrund Ihres Einzugs mit der Palästina-Fahne hatten wir eine Fülle von Diskussionen mit der Israelitischen Kultusgemeinde und anderen Organisationen, die dieses Verhalten während des Gedenkens an die KZ-Opfer ebenso wie wir als pietätlos, unpassend und als gezielte Provokation empfunden haben.
Wer an einer Kundgebung teilnimmt, hat die Regeln des Veranstalters zu befolgen. Wer ein Versprechen gibt, hat es einzuhalten. Obere Donaustr.97-99/4/5, 1020 Wien •fon +43-1-212 83 33 • Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! • www.mkoe.at
In Anbetracht dessen, dass Sie unsere Regeln missachtet und Ihr Wort gebrochen haben, haben wir beschlossen, die Solidarwerkstatt von kommenden Befreiungsfeiern bis auf Weiteres auszuladen. Sie sind wegen Ihres geschilderten Verhaltens bei den Befreiungsfeiern nicht willkommen und wir fordern Sie auf, nicht daran teilzunehmen.
Mit antifaschistischen Grüßen,
Mauthausen Komitee Österreich